Im Durchschnitt wirft jede/r von uns rund 75 kg Lebensmittel pro Jahr weg – mehr als ein Drittel davon sind Obst und Gemüse, gefolgt von Brot und anderen Backwaren. Das lässt sich sicherlich nicht komplett vermeiden, aber deutlich reduzieren. Wichtig dabei sind eine gute Einkaufsplanung, die richtige Lagerung und schließlich die Weiterverarbeitung.

Vorab: Den Einkauf besser planen

Wer hungrig einkaufen geht, kauft mehr ein. Daher solltest du dir zuerst überlegen, was du in den nächsten zwei, drei Tagen kochen möchtest, eine entsprechende Liste schreiben und dich beim nächsten Einkauf möglichst konsequent daran halten. 

Während es bei Produkten wie Reis oder Nudeln sinnvoll ist, große Packungen zu kaufen – das spart Verpackungsmüll -, solltest du bei frischen Lebensmitteln wirklich nach Bedarf einkaufen. Gibt es das entsprechende Lebensmittel nicht in der richtigen Menge, verdopple das Rezept einfach und friere die zweite Portion gegebenenfalls ein.

Infobox:

  • In Deutschlands Privathaushalten werden jährlich ca. 6 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen
  • Den größten Anteil daran haben Obst und Gemüse mit ca. 34 Prozent.  Nur etwa die Hälfte davon sind tatsächlich nicht verwertbare Reste wie Schalen oder Kerne – die andere Hälfte verdirbt aufgrund falscher Lagerung und schlechter Planung
  • Viele Produkte landen auch wegen des abgelaufenen MHDs im Müll – etwa die Hälfte davon ungeöffnet, das heißt ungeprüft. Dabei bedeutet das MINDESThaltbarkeitsdatum noch lange nicht, dass die Ware tatsächlich verdorben ist
  • Lebensmittelverschwendung vergeudet viele Ressourcen:  1 kg Äpfel benötigen in der Produktion ca. 800 Liter Wasser und verbrauchen 250 g CO2e (CO2-Äquivalente).
  • Landen die Äpfel in der Tonne, tragen sie zur Verknappung von Ressourcen bei und führen somit zu Preissteigerungen; zudem ist die Verschwendung von Lebensmitteln – angesichts von Hunger in der Welt – ein ethisches Problem.

Wie lagert man Obst und Gemüse richtig?

Für das meiste Obst und Gemüse ist die Lagerung in einem dunklen Raum bei 10-15°C ideal – also eine klassische Vorratskammer.

Wer keine besitzt, kann sich an die folgenden drei Faustregeln halten:

1) Obst aus warmen Ländern mag es eher warm, heimisches Obst eher kalt. 

Das heißt: Bananen, Orangen oder Ananas gehören nicht in den Kühlschrank, im Gegensatz zu Äpfeln, Trauben, Kirschen, Himbeeren oder Erdbeeren. Eine Ausnahme stellen Kiwis und Feigen dar – sie wachsen zwar nicht in Deutschland, dürfen aber trotzdem gekühlt werden.

2) Bei Gemüse gilt: Bitte kühlen – aber gut verpackt

Fast jedes Gemüse verträgt sich gut mit Kühlschranktemperaturen. Die einzigen Ausnahmen sind Kartoffeln und Kürbis, Auberginen, Tomaten und Paprika. 

Um die Haltbarkeit im Kühlschrank weiter zu erhöhen, sollten die Lebensmittel in luftdurchlässigen Behältern gelagert werden; dadurch bleibt die Feuchtigkeit erhalten und das Gemüse trocknet weniger schnell aus. Dafür eignen sich beispielsweise Tupperboxen (am besten durchsichtig, so dass man den Inhalt nicht vergisst) oder auch sogenannte Kühlschrankschubladen*. Hat man beides nicht zur Hand, kann das Gemüse auch in ein feuchtes Küchentuch eingeschlagen werden.

Bei Karotten, Radieschen und Kohlrabi sollte vor der Lagerung das Grün bzw. die Blätter entfernt werden – es entzieht ebenfalls Wasser.

Zu viel Feuchtigkeit kann jedoch auch problematisch werden – vor allem Pilze und Beeren schimmeln relativ schnell. Daher dürfen sie nicht in komplett geschlossenen Behältern oder der luftdichten Plastikverpackung aus dem Supermarkt aufbewahrt werden.

3) Wollen am liebsten allein sein: Äpfel, Bananen, Tomaten

Während der Reifung sondern Äpfel, Bananen und Tomaten das Reifegas Ethylen ab, das wiederum anderes Obst und Gemüse weiterreifen bzw. rascher verderben lässt. Diese drei Früchte gehören also separat gelagert.

Wie lange sind Obst und Gemüse haltbar?

Die Haltbarkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab: Etwa dem Zustand beim Kauf oder der Raumtemperatur. Die nachfolgende Liste ist daher nur ein grober Anhaltspunkt. In jedem Fall ist es am sinnvollsten, Obst und Gemüse möglichst zeitnah zu verbrauchen – dann ist auch der Vitamingehalt am höchsten.

Wenige Tage: Beeren, Salat, Brokkoli, Blumenkohl, Mangold, Pilze, Paprika

Eine Woche:  Frühlingszwiebeln, Heidelbeeren, Himbeeren, Pflaumen, Trauben, Zucchini, Kohlrabi, Lauch, Karotten

Mehrere Wochen: Ingwer, Mandarinen, Kiwi, Kürbis, Melonen, rote Bete, Zwiebeln, Kartoffeln, Zwiebeln

Brot und Brötchen richtig lagern

Backwaren wie Brot und Brötchen halten sich am besten in einem Brotkasten*, da die Luft hier zirkulieren kann. In Papiertüten verliert das Brot zu viel Feuchtigkeit und wird hart; in Plastiktüten dagegen sammelt sich das abgegebene Wasser und Schimmel bildet sich schneller. 

Auch der Kühlschrank ist keine gute Alternative: Das Brot verdirbt zwar nicht, schmeckt aber deutlich schlechter. Einfrieren ist dagegen eine gute Möglichkeit, überschüssiges Brot haltbar zu machen.

Gute Brotkästen gibt es beispielsweise bei Avocadostore*.

Überreifes Obst und Gemüse verarbeiten

Smoothies.

Je reifer Obst ist, desto süßer schmeckt es. Überreife Bananen oder Äpfel mit braunen Stellen lassen sich also noch wunderbar verarbeiten, etwa in einem Smoothie. Das Grundrezept lautet: Reifes Obst nach Belieben, grünes Blattgemüse (z.B. Spinat oder Salat) zu ähnlichen Anteilen, und schließlich etwas Wasser / Kokosmilch / Soja- oder Hafermilch hinzufügen. Alles mixen und genießen. Smoothies können aber auch wunderbar eingefroren werden.

Pfannengemüse.

Gemüse, das nun dringend verarbeitet werden muss, kann wunderbar in einer Gemüsepfanne zusammengewürfelt werden. Dafür am besten alles klein schneiden, eine Zwiebeln anbraten, die Gemüsewürfel hinzufügen und ein paar Minuten mitbraten. Ggf. etwas Gemüsebrühe hinzufügen und für ein paar Minuten köcheln lassen (bzw. bis das Gemüse die richtige Konsistenz hat). Mit Salz und Pfeffer abschmecken und entweder als Beilage oder zusammen mit Reis servieren.

Suppe und Aufstriche.

Überreifes Gemüse schmeckt weiterhin wunderbar – es überzeugt nur leider nicht mehr in Bezug auf Konsistenz und Optik. Kein Problem: Ein kluger Mensch hat mal den Pürierstab erfunden und nun können wir das wenig ansprechende Äußere gut verstecken. Sowohl Suppen (z.B. Tomatensuppe, Süßkartoffelsuppe, …) als auch Brotaufstriche eignen sich dafür ganz hervorragend.

Kuchen und Kekse, Marmelade und Mus.

Überreifes Obst wie Bananen oder Äpfel können prima zu Obstkuchen, Zuckerfreien Haferflockenkesen oder Apfelmus verarbeitet werden. So lassen sich gleich größere Mengen verarbeiten und kaputte Stellen kann man ggf. herausschneiden. Wer noch mehr auf einmal verarbeiten will, kann Marmelade einkochen. 

Fazit

Wir alle werfen viel zu viele Lebensmittel weg – ein großer Teil davon ist vermeidbar. Durch bessere Planung beim Einkauf, die richtige Lagerung zu Hause und das Weiterverarbeiten von überreifen Lebensmitteln können wir Ressourcen, Energie und Geld einsparen.