Das Klima verändert sich und wir sind mittendrin. „Klimawandel“ oder „Klimaerwärmung“ wird dieses Phänomen in den Medien genannt. Dabei trügen diese beiden Begriffe ein bisschen, denn über ein wenig mehr Sommer würden wir uns in Deutschland freuen. Treffender ist daher die Aussage: Wir befinden uns in einer KlimaKRISE. Extremwetterereignisse  werden zunehmen, mit massiven Folgen für Mensch und Umwelt.
Was der Klimawandel genau ist und welche Folgen er mit sich bringt, darüber gibt dieser Artikel einen Überblick.

Definition: Was ist der Klimawandel?

Grundsätzlich meint „Klimawandel“ eine Klimaveränderung auf einem Planeten, bei dem die weltweite Temperatur steigen oder sinken kann. Meist ist aber natürlich ein ganz bestimmter Klimawandel gemeint: Nämlich der anthropogene – also menschengemachte –, in dem wir jetzt gerade drin stecken und bei dem die globale Durchschnittstemperatur rasch ansteigt.

Das bedeutet nicht, dass es überall auf der Erde gleichmäßig wärmer wird. An manchen Orten wird es vielleicht sogar kälter, und das lokale Wetter von heute oder morgen wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Sicher ist aber, dass die Erwärmung, die im Durchschnitt stattfindet, für mehr Extremwetterereignisse sorgt: Für Hitzewellen und Dürren, aber auch für Stürme oder Kälteperioden. Das hat massive Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt.

Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten oder zurückzudrehen; aber jede:r von uns kann etwas dazu beitragen, ihn zu begrenzen und gravierendere Veränderungen einzudämmen. Dafür muss in erster Linie der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO² oder Methan deutlich gesenkt werden.

Seit wann ist der Klimawandel bekannt?

In der breiten Öffentlichkeit wurden die Fakten zum Klimawandel bereits seit dem Ende der Achtzigerjahre bekannt; unter Wissenschaftler:innen war schon deutlich länger die Rede davon. So stellte der schwedische Chemiker Svante Arrhenius (ein Vorfahr von Greta Thunberg, der wohl bekanntesten Klimaaktivistin der Welt) bereits 1896 fest, dass der Verbrauch fossiler Brennstoffe zu einer Erderwärmung führen könnte.

Aus dem noch vagen „könnte“ wurde einige Jahrzehnte später Gewissheit: Denn im Jahr 1958 begann Klimaforscher Charles Keeling eine Messreihe der CO2-Konzentration in der Atmosphäre.
Seine „Keeling-Kurve“, wie die Messkurve heute heißt, zeigt, dass die Konzentration des Treibhausgases CO² unter anderem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (wie Kohle) ansteigt.

Keeling hielt in seiner Kurve auch den natürlichen Treibhauseffekt fest. Darin nimmt die CO2-Konzentration im Frühjahr auf der nördlichen Erdhalbkugel ab und im Herbst zu, was dadurch zu erklären ist, dass die Frühjahrsvegetation das CO² bindet. Der Treibhauseffekt wurde publik.

Was ist der Treibhauseffekt?

Unsere Erde mit ihrer Atmosphäre lässt sich mit einem Treibhaus vergleichen. Ohne dieses Treibhaus hätte es auf der Erde eine mittlere Temperatur von -18°C. Die Erde erwärmt sich jedoch durch die Strahlen der Sonne, die von der Atmosphäre – wie von einem Glasdach – zurück auf die Erde geworfen werden. Das nennt man den natürlichen Treibhauseffekt. 

Der Effekt wird jedoch seit einigen Jahrzehnten verstärkt: Das Glasdach bündelt mehr Wärme, wenn sich mehr Treibhausgase in der Atmosphäre befinden. Und diese Menge steigt durch die stetige Verbrennung fossiler Brennstoffe immer mehr an.

Der natürliche Treibhauseffekt wird also durch den Menschen beeinflusst, der den Planeten durch diesen sogenannten „anthropogenen Treibhauseffekt“ in wenigen Jahren bereits um 0,7 Grad erwärmt hat.

Die Ursachen: Wer ist Schuld am Klimawandel?

Der Klimawandel schreitet deshalb so rasch voran, weil die Menschheit seit der Industrialisierung eine unglaubliche Menge an Energie benötigt – also Kohle, Öl und Gas.

In den Sechzigerjahren begannen die Öl- und Gasunternehmen in den USA Studien in Auftrag zu geben, die Ursachen und Folgen des Klimawandels erforschen sollten. 

Schon damals waren die Wissenschaftler:innen sich einig, dass die globale Klimaerwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent keine natürliche Entwicklung sei, sondern auf anthropogene Treibhausgase zurückgeführt werden müsse.

Seitdem haben sich mehr und mehr Menschen privat und politisch gegen den Klimawandel engagiert; dennoch haben wir Menschen unserem Planeten in den letzten Jahrzehnten wissentlich mehr Schaden zugefügt und mehr CO² ausgestoßen, als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor.

Die Folgen: Wie viel Zeit bleibt uns noch?

Das teils zögerliche Handeln der Politiker:innen erweckt den Eindruck, wir hätten noch Zeit, bis wir endlich mit dem Umsetzen drastischer Klimaschutzmaßnahmen beginnen sollten. Das ist jedoch falsch – wenn man in weltgeschichtlichen Zeiträumen denkt, haben wir weniger als einen Wimpernschlag.

Wissenschaftler:innen sind sich einig, dass wir den Klimawandel – wenn wir ihn schon nicht aufhalten können – wenigstens auf 1,5° begrenzen müssen, um die Auswirkungen unter Kontrolle zu halten. Sollten wir das nicht schaffen, müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Millionen Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren und eine Vielzahl an Ökosystemen kollabieren werden.

Damit lässt sich ausrechnen, wie groß unser „Budget“ an Emissionen ist, das wir theoretisch noch ausstoßen dürfen. Machen wir so weiter wie gehabt, ist es lt. einer Studie von 2019 bereits im Jahr 2028 erreicht.

2028! Um unseren Planeten und unsere Lebensgrundlage zu retten, müssten wir also in spätestens 7 Jahren klimaneutral sein. Drosseln wir unseren Bedarf schon vorher drastisch, können wir uns immerhin noch ein wenig Zeit verschaffen.

Es muss sich also etwas tun – und es muss sich JETZT etwas tun.

Den Klimawandel aufhalten: Was kann ich tun?

Jede:r Einzelne:r kann dazu beitragen, einen möglichst kleinen CO²-Fußabdruck zu hinterlassen und den Klimawandel zu verlangsamen.

Das beginnt bei Kleinigkeiten wie Mehrfachsteckdosen, die nur bei Bedarf angeknipst werden, oder bei der Verwendung von Mehrweg-Behältern anstatt Einweggeschirr.

Größeren Effekt haben Entscheidungen, die im Zusammenhang mit Mobilität, Konsum und Ernährung getroffen werden.
Wer aufs Rad umsattelt, auf Flüge verzichtet, wer zurückhaltend konsumiert und auf eine nachhaltige Produktion Wert legt, verkleinert den persönlichen Fußabdruck. Auch die Ernährungsweise hat einen bedeutenden Effekt: Je pflanzlicher und saisonaler, desto klimafreundlicher.

Aber nicht nur als Konsument:in, sondern auch als Bürger:in kannst du Einfluss nehmen: Denn um den Klimawandel in der notwendigen Dringlichkeit aufzuhalten, muss sich die globale Staatengemeinschaft gemeinsam auf eine Abkehr der fossilen Brennstoffe einlassen.

Es bringt viel, sich zu engagieren, auf Demos zu gehen, Petitionen zu unterschreiben und mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen – kurz: den Druck auf Regierungen zu erhöhen.

„Gemeinsam für 1,5 Grad“ lautet der Slogan der Klimaaktivist:innen.

Dazu sollten wir alle gehören.

Fazit: 

Wer vom Klimawandel spricht, meint die menschengemachte, deutliche Erhöhung der globalen Temperatur.
Als Folge nehmen Extremwetterereignisse zu: Dürren, Stürme, Hitzewellen. Sie können die bisherige Lebensgrundlage für viele Menschen, Tiere und Pflanzen zerstören. 

Wissenschaftler:innen sind sich seit Jahrzehnten einig, dass die Auswirkungen nur dann zu bewältigen sein werden, wenn die Erhöhung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann. Selbst dieses Ziel ist jedoch sehr ambitioniert: Dafür muss sich sofort etwas ändern. Politik, Wirtschaft und jede:r Einzelne kann und muss dazu beitragen.

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