Die meisten Menschen wünschen sich einen größeren Wohlstand – und meinen damit: Mehr Besitz. Seit einigen Jahren gibt es jedoch immer mehr Menschen, die ihre Prioritäten anders setzen. Minimaler Konsum, dafür mehr Zeit für Familie, Freunde, Erlebnisse. Ein Trend, der der Umwelt gut tut.

Minimalist:innen besitzen im Schnitt viel weniger Dinge als ihre Mitmenschen.

Dabei geht es jedoch nicht darum, eine bestimmte Zahl an Gegenständen zu erreichen, sondern das Gefühl, dass der eigene Besitz glücklich macht und nicht einschränkt oder belastet.

Minimalist:innen brauchen keine Statussymbole. Sie ziehen ihr Wohlbefinden aus der Befreiung von materiellen Dingen, haben dadurch mehr Zeit und Flexibilität und schonen gleichzeitig die Umwelt.

Wie wird man Minimalist:in?

Minimalismus meint eine Reduzierung auf das Wesentliche: sich nur mit dem umgeben, was man wirklich benötigt, ohne zusätzlichen Ballast.

Daher ist der erste Schritt oft Ausmisten und Reduzieren. Aus Sicht von Minimalist:innen haben viele Menschen (zu) viele Dinge zu Hause, die noch nie sinnvoll waren oder es zumindest heute nicht mehr sind: Spontankäufe, ungetragene Kleidungsstücke, nie genutzte Geschenke, alte Unterlagen, ungeliebte Bücher, …

Diese Dinge nehmen physisch und psychisch Raum in unserem Leben ein: Sie brauchen Platz, müssen gepflegt und geputzt werden. Wer sie weitergibt, schafft sich Frei-Raum und ermöglicht gleichzeitig gut erhaltenen Gegenständen ein zweites Leben:
Gerade bei Kleidung oder Elektronik spart das viele Ressourcen ein und ist daher ein großer Vorteil für die Umwelt.

Der zweite Schritt ist es, bewusster einzukaufen und sich schon vor dem Kauf zu fragen, ob die Anschaffung sinnvoll ist und glücklich macht. Erleichtert dieser Gegenstand meinen Alltag? Macht sein Anblick Freude? Wird er mir auch in ein paar Wochen / Monaten / Jahren noch zusagen?

Dieser bewusste Konsum ist automatisch nachhaltig(er): Durch die sinkende Nachfrage werden Ressourcen gespart, CO2 bei der Herstellung und dem Transport von Gütern vermieden, und auch Entsorgungskosten fallen nicht an. (Mehr dazu: Was ist nachhaltiger Konsum?).

Minimalismus beschränkt sich bei vielen Menschen jedoch nicht nur auf das Kauf- und Nutzungsverhalten, sondern beschreibt ein Lebensmodell:
Viele Minimalist:innen setzen auch in anderen Bereichen klarer Prioritäten und stellen ungesunde Beziehungen oder Jobs, die nicht glücklich machen, in Frage.

Minimalismus: Was braucht man wirklich?

Der Minimalismus ist eine Antwort auf die Überflussgesellschaft, in der die meisten Menschen im Globalen Norden leben.

Viele Gebrauchsgegenstände „müssen“ aus zwei Gründen regelmäßig erneuert werden: Zum einen werden viele Dinge tatsächlich weniger langlebig hergestellt und gehen gewollt nach einiger Zeit kaputt (Stichwort: Geplante Obsoleszenz).

Zum anderen suggerieren uns Moden und Trends, dass wir den älteren Gegenstand ersetzen müssen. Dieser Trend zeigt sich besonders in der Mode – siehe auch Fast Fashion.

Eine minimalistische Lebensweise sucht daher bewusst nach langlebigen Dingen und versucht sich von Moden und Trends frei zu machen. Minimalist:innen empfinden dies nicht als Verzicht, sondern als eine Priorisierung: Sie verbringen ihre Zeit mit Freunden und Erlebnissen statt mit Gegenständen und dessen Konsum & Pflege

Quellen für diesen Beitrag

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