Zero Waste als großes Ziel: Für viele Menschen wird Müllvermeidung immer wichtiger. Was genau meint der Begriff und wie lässt er sich umsetzen?

Definition: Was bedeutet Zero Waste?

„Zero Waste“ (zu Deutsch „Null Müll“) ist ein Lebensstil oder eine Philosophie mit dem Ziel, möglichst keinen Müll zu erzeugen. Dahinter steht die Motivation, keine Ressourcen zu verschwenden und Umweltverschmutzung zu vermeiden.

Das Ziel von Zero oder zumindest Less Waste (= „weniger Müll“) wird durch Recycling & Upcycling, Reparieren und Weiterverschenken erreicht, aber auch durch ein verändertes Kaufverhalten, also etwa durch den Verzicht bestimmter Produkte

Zero Waste ist im Grunde ein sehr nachhaltiges Konsumverhalten, das sich auch in den vielen Unverpackt-Läden widerspiegelt, die in den letzten Jahren ihre Türen geöffnet haben. Seit 2016 sind Läden, in denen ein Einkauf verpackungsfrei möglich ist, auf dem Vormarsch; mittlerweile gibt es sie in fast jeder größeren Stadt.

Aber auch Unternehmen können dem Zero-Waste-Gedanken Rechnung tragen und schon beim Entwickeln von Ware und Verpackung entsprechende Schritte unternehmen: Recycelte Materialien, ein recycelbares Produkt und die Vermeidung von unnötigen Verpackungen sind wichtige Schritte für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Warum Zero Waste?

Die Idee hinter Zero Waste ist eine radikale Reduktion von Abfällen, um Ressourcen einzusparen und Umweltverschmutzung zu minimieren. Das gilt insbesondere für Plastikprodukte, die aus Erdöl hergestellt werden und deren Recycling immer noch sehr mangelhaft stattfindet – Plastikmüll findet man daher überall. (siehe auch: 9 Fakten über Plastik | (Mikro-)Plastik und seine Folgen)

Zero Waste ist ein Ideal, das die meisten Konsument:innen nicht erreichen können.
Es ist in unserer Kultur, in der Produkte über lange Wege transportiert werden, das ganze Jahr verfügbar sein sollen, für „to go“ gestaltet sind und frei Haus geliefert werden können, schwer umsetzbar.

Es ist aber durchaus möglich, einen Lebensstil des  Less Waste umzusetzen oder Zero Waste zumindest in einzelnen Lebensbereichen zu erreichen – etwa durch eine Umstellung auf selbst hergestellte Reinigungsmittel im Haushalt oder durch den Einkauf von einzelnen Lebensmittelgruppen wie Nudeln, Reis, Haferflocken in Unverpacktläden.

Kleine Ergänzung: Dafür eignen sich wunderbar die Füll-Tüten aus waschbarem Papier in unserem Online-Shop… 🙂

Wie kann ich Zero Waste / Less Waste leben?

Hier sind einfache Tipps fürs den Start:

Im Supermarkt:

  • Achte darauf, nur so viele Lebensmittel in deinen Einkaufswagen zu packen, wie du wirklich isst
  • Vermeide Einkäufe, die kleinteilig verpackt sind – Großpackungen sind oft eine gute Alternative
  • Bevorzuge Produkte ohne Plastikverpackung: z.B. feste Seife, Waschmaschinenpulver, Bohnen-/Filterkaffee statt Kapseln.
  • Finde heraus, ob es einen Unverpackt-Laden in deiner Nähe gibt
  • Verwende einen Stoffbeutel statt einer Plastiktüte. Verzichte auf eine Plastiktüte, um Äpfel und anderes Obst einzupacken.
  • Kaufe Getränke in Pfandflaschen statt Einwegflaschen, oder nutze Leitungswasser.

Bei Gebrauchsgegenständen:

  • Warte bei Konsumentscheidungen ein paar Tage bis zur Kaufentscheidung ab (dafür eignet sich zum Beispiel eine „Kauf-ich-später-Liste“)
  • Vermeide Einwegprodukte und nutze waschbare Binden, Rasierhobel oder Stoffservietten.
  • Dinge, die du nicht mehr benötigst, kannst du oft noch verkaufen oder verschenken (wie und wo steht hier unter Punkt 4: 7 Schritte zum (Nicht-)Kaufen)
  • Wenn du etwas kaufen möchtest, überlege zuerst, ob du es auch selbst herstellen oder etwas Bestehendes upcyceln oder umfunktionieren kannst. Wenn nicht, sind gebrauchte Gegenstände eine gute Alternative.