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Ja, der Begriff “Damenhygiene” ist maximal unsexy – aber über Tampons, Binden, Menstassen und Co sollte dringend mehr gesprochen werden. Das wollen wir hier tun: Es geht um die Frage, warum die klassischen Menstruationsprodukte weder uns Frauen noch der Umwelt gut tun, und wie unkomplizierte und nachhaltige Alternativen aussehen. Übrigens: Auch Männer dürfen sich über Monatshygiene informieren und ihren Partnerinnen grüne und gesunde Möglichkeiten näher bringen 😉

Fotografin: @alina.blumberg

[Werbung für nachhaltige Alternativen aus Überzeugung.]

Fast jede Frau menstruiert, und das meist für einige Jahrzehnte. Die Periode ist also für die Hälfte der Weltbevölkerung ein wichtiges Thema – und zwar alle vier Wochen. Man könnte also meinen, es gibt einiges darüber zu sagen. Stattdessen ist es für viele Menschen immer noch unangenehm, darüber zu sprechen, und es soll ja niemand mitbekommen, wenn frau „ihre Tage“ hat.

Dass die Periode ein Tabuthema ist, hat viele Nachteile – unter anderem die Tatsache, dass auch über (nachhaltige) Monatshygiene wenig gesprochen wird. Viele Frauen haben eine seit Jahren eingespielte Routine mit den klassischen Binden und Tampons; dass beide Produkte große Nachteile haben, ist vielen nicht bekannt.

Was ist das Problem mit Binden und Tampons?

Beide Produkte produzieren sehr viel Plastikmüll. Jede Binde, jeder Tampon ist einzeln in Plastik verpackt, die gesamte Verpackung selbst oft auch. Das alleine summiert sich bereits. Viel weitreichender ist aber, dass die Binde selbst ebenfalls bis zu 90 Prozent aus fossilem Kunststoff besteht. Das liegt vor allem an Mikroplastik-Kügelchen, die besonders saugfähig sind – und nicht biologisch abbaubar.
Tampons bestehen „nur“ zu rund 6 Prozent aus Plastik: Meist sind sie mit einer Kunststoffschicht überzogen, und auch das Rückholbändchen besteht nicht aus reiner Baumwolle, sondern hat zumindest Plastikanteile. 

Der hohe Einsatz von Kunststoff ist aus verschiedenen Gründen problematisch: Plastik wird nur zu einem sehr geringen Anteil recycelt und ist nicht biologisch abbaubar – das heißt, ein großer Teil des Kunststoffmülls, der viele Jahrzehnte und Jahrhunderte im Meer schwimmt, die Strände verunreinigt, und die Böden belastet, wird durch Binden und Tampons verursacht.

Und: Kunststoffe werden durch verschiedene Chemikalien „in Form gebracht“: Weichmacher oder Farbstoffe machen das Plastik erst so vielseitig nutzbar, wie wir es im Alltag kennen. Viele dieser zusätzlichen Chemikalien sind jedoch hormonell wirksam – so genannte endokrine  Disruptoren (ED) – und teilweise hochgradig gesundheitsgefährdend:

“Da die Plazenta keine sichere Barriere ist, können ED schon im Mutterleib all die Entwicklungsphasen stören, die hormonell gesteuert werden. Das kann Fehlbildungen bei Neugeborenen und Erkrankungen begünstigen, die sich erst viel später zeigen.

ED betreffen Frauen und Männer gleichermaßen.
Die Weltgesundheitsorganisation vermutet, dass ED für die Zunahme hormonbedingter Krebsarten wie Brust- und Hodenkrebs verantwortlich sind. Weiter scheint es möglich, dass sie die Fruchtbarkeit und die Qualität der Spermien beeinträchtigen.
Darüber hinaus können ED zu Fettleibigkeit, Diabetes, neurologischen Erkrankungen, einer verfrüht einsetzenden Pubertät sowie angeborenen Fehlbildungen wie Hodenhochstand und Hypospadien (Fehlbildung der männlichen Harnröhre) beitragen.

Zunehmend kommen Kinder mit Schadstoffen belastet zur Welt.”

Plastikatlas 2019, S. 18, Hervorhebungen durch BewusstGrün

Diese Annahmen sind nicht aus der Luft gegriffen: So zeigt beispielsweise eine Studie aus Kanada, “dass Frauen, die in der Automobilindustrie Kunststoffe verarbeiten, ein fünffach erhöhtes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken.“ (Quelle: Plastikatlas 2019, S. 18)

Welche nachhaltigen Alternativen zu Binden und Tampons gibt es?

Eine Möglichkeit sind Produkte, die aus GOTS-zertifizierter Baumwolle hergestellt werden. Diese „Bio-Binden“ verzichten komplett auf Plastik und verarbeiten Bio-Baumwolle, die ohne gesundheitsgefährdende Chemikalien hergestellt werden. Auch ohne Kunststoffe sind die Binden und Slipeinlagen saugstark und grundsätzlich für jeden Tag der Periode geeignet.

Bio-Binden werden genauso gehandhabt wie die klassischen Plastik-Binden aus dem Supermarkt und sind daher eine gute Alternative für alle, die ihre Routine nicht umstellen möchten oder können.

Man findet sie inzwischen auch schon in einigen Drogerien und Supermärkten, oder natürlich online: Etwa von den Firmen Organyc* oder Natracare*, jeweils bei avocadostore.de. Andere Hersteller sind The Female Company, MyLily oder Erdbeerwoche.

Achtung Greenwashing: Viele Hersteller werben mit Sätzen wie “mit Bio-Baumwolle” oder “100 Prozent Bio-Baumwolle an der Oberfläche” – in beiden Fällen besteht immer noch der größte Teil der Binde aus Plastik. 

Ganz ähnlich ist es bei Bio-Tampons: Sie bestehen komplett aus Baumwolle und können ebenso verwendet und entsorgt werden wie gewohnt. Avocadostore hat unter anderem Organyc* und MyLily* im Sortiment, letztere gibt es im 6er Set auch direkt beim Hersteller unter mylily.eu. Ein Set von 16 Tampons kostet ca. 4 EUR. Andere Setgrößen, aber ähnliche Preise hat The Female Company. Beide werden im Abo-System günstiger.

Bio-Tampons z.B. von MyLily gibt es u.a.bei avocadostore.de* oder im 6er Set bei mylily.eu

 

Welche Zero-Waste-Alternativen zu Binden und Tampons gibt es?

Es gibt tatsächlich mehrere Alternativen auf dem Markt, die komplett ohne Müll auskommen. Die einmalige Anschaffung macht sich über die jahrlange Nutzung schnell bezahlt.

1) Die Menstruationstasse

Seit ein paar Jahren stark im Trend ist die Menstruationstasse, auch “Menstasse” oder “Cup” genannt. Sie wird, ähnlich wie Tampons, eingeführt und fängt die Blutung auf. Die Tasse kann dann ganz einfach regelmäßig entleert, kurz ausgespült und wieder eingesetzt werden. Mit der richtigen Größe und dem richtigen Sitz spürt man sie überhaupt nicht; sie ist dennoch auslaufsicher und kann bedenkenlos auch zum Baden oder zum Sport getragen werden. Ihr Fassungsvermögen ist deutlich größer als bei Tampons, so dass sie oft nur alle 8-10 Stunden geleert werden muss und sich auf gut für Frauen mit sehr starker Periode eignet.

Wer seit vielen Jahren Tampons nutzt, muss sich natürlich erst einmal an eine Tasse gewöhnen. Aber spätestens nach ein, zwei Monaten ist das kein Problem mehr – und kaum eine Frau möchte dann zurück zu Wegwerfprodukten.

Menstruationstassen werden fast immer aus medizinischem Silikon hergestellt. Silikon ist zwar ebenfalls ein Kunststoff; es lässt sich schwer abbauen und wird selten recycelt. Im Vergleich zu “normalem“ Plastik hat es jedoch zahlreiche Vorteile: Silikon wird nicht aus Rohöl, sondern aus Silizium hergestellt – also beispielsweise aus Sand. Gerade medizinisches Silikon gilt als absolut ungiftig. 

Da es sehr langlebig ist, kann eine Menstruationstasse bis zu 10 Jahre genutzt werden. Im Anschluss wird sie im Restmüll entsorgt, wo sie zum Beispiel verbrannt wird – ohne giftige Chemikalien freizusetzen.

Eine Menstruationstasse kostet zwischen 10 und 25 Euro. 

Man findet sie inzwischen im Sortiment von dm und Rossmann, aber auch online zum Beispiel bei avocadstore.de* oder direkt bei größeren Herstellern wie erdbeerwoche.de, The Female Company und mylily.eu, die auch weitere nachhaltige Menstruationsprodukte anbieten. Eine Menstasse ohne Silikon, sondern aus Naturkautschuck gibt es etwa von Loovara (über avocadostore*).

Gute Tipps, um die richtige Tassengröße zu finden, gibt es zum Beispiel auf der Seite menstruationstassen.net

2) Waschbare Stoffbinden aus Bio-Baumwolle

Auch für Wegwerfbinden gibt es einen guten Ersatz: Stoffbinden aus GOTS-zertifizierter Baumwolle, die nach der Nutzung einfach gewaschen werden können. Das GOTS-Siegel garantiert, dass die Baumwolle ohne umwelt- und gesundheitsschädigende Chemikalien und Pestizide produziert wurde, und die Arbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation) eingehalten werden. In anderen Worten: Ohne Kinderarbeit, ohne Diskriminierung, mit Mindestlohn. Zudem ist der Wasserverbrauch deutlich reduziert und der Verzicht auf chemische Düngemittel sorgt für deutlich weniger CO2-Emissionen in der Herstellung.

Slipeinlagen und Stoffbinden gibt es in verschiedenen Saugstärken, sie sind daher auch für eine stärkere Periode gut geeignet. Viele Modelle haben eine PUL-Schicht eingenäht: Das ist eine sehr dünne Laminierung aus Polyurethan, die den Binde wasserundurchlässig macht; gleichzeitig bleibt er atmungsaktiv.

Fast alle Stoffbinden haben Flügel mit Druckknöpfen, so dass sie nicht verrutschen und vor oder nach der Nutzung gut zu einem kleinen Päckchen zusammengefaltet werden können – so lassen sie sich platzsparend und sauber transportieren.

Auch wenn es sich vielleicht ungewohnt anhört: Stoffbinden können einfach zusammen mit der üblichen („Koch“-) Wäsche gewaschen werden – 40°C reichen schon aus. Sie sind danach wieder hygienisch sauber und natürlich bleibt auch die übrige Wäsche fleckenfrei. Wer mag, kann die Binde aber auch einmal mit kaltem Wasser ausspülen und erst danach in die Waschmaschine geben.

Bio-Binden von ImseVimse, z.B. bei avocadostore.de*

Der Preis liegt meist zwischen 8-15 EUR, im Set gibt es günstigere Angebote. Neben den bereits genannten Herstellern gibt es waschbare Stoffbinden zum Beispiel von ImseVimse, Von Ocker und Rot sowie EcoFemme*. Letzteres ist ein indisches selbstverwaltetes Frauenkollektiv; jeder Kauf finanziert gleichzeitig eine weitere Binde, die in Indien an eine junge Frau verschenkt wird. Dabei wird gleichzeitig Aufklärungsarbeit betrieben. Mehr Infos findest du auf ecofemme.org.

Auch hier gibt es immer mehr Anbieter auf dem Markt – nicht alle verwenden Bio-Baumwolle. Achte daher auf die Info “GOTS-zertifiziert” oder “aus kontrolliert biologischem Anbau”.

3) Periodenunterwäsche

Ein Periodenslip ist nichts anderes als Unterwäsche, in der die Binde bereits integriert ist: Sie lässt sich nach der Nutzung ganz normal waschen und wiederverwenden, wie normale Slips eben auch. 

Wie saugstark die Periodenunterwäsche ist, hängt vom Hersteller ab. Oft kann sie deutlich weniger als eine Menstruationstasse aufnehmen und eignet sich daher eher für die schwächeren Tage oder als zusätzliches Back-Up. Dafür sind die meisten Periodenslips auch optisch nicht von normaler Unterwäsche zu unterscheiden und sehr ansprechend designed: Vom schlichten Slip über Highwaist bis hin zu Shorts und sogar Strings ist alles dabei.

Bekannte und beliebte Hersteller sind unter anderem ooia, femtis und Kora Mikino. Die Preise liegen meist bei rund 25-35 EUR.

Fazit: Grüne Alternativen für die rote Woche

Herkömmliche Hygieneprodukte bestehen zu einem großen Teil aus Plastik. Neben den Folgen für die Umwelt bringt das auch gesundheitliche Folgen für die Frau mit sich: Denn das Plastik kommt mit Weichmachern und Farbstoffen.

Besser sind Tampons und Binden aus Bio-Baumwolle, noch besser Menstruationstassen und waschbare Stoffbinden. Auch Periodenunterwäsche kann eine gute Ergänzung sein. Zero-Waste-Produkte sind nicht nur gesünder und nachhaltiger, sondern auch deutlich günstiger als Wegwerfprodukte.

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