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Banken & Finanzen: Ist das nicht ein doofes Thema? Die meisten Menschen haben eine längere Beziehung zu ihrer Bank als zu ihrem Partner, und das liegt meist daran, dass sie sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen möchten: Finanzen wirken kompliziert und langweilig. Aber: Das Thema ist wichtig! Nicht nur für uns privat, sondern auch gesellschaftlich. Denn Banken entscheiden, wer einen Kredit bekommt, in welche Projekte investiert wird und was mit dem Geld passiert, das wir einem Konto anvertrauen.

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Man sagt: Mein Geld liegt auf dem Girokonto. Das impliziert, dass ich es dort einfach abgelegt habe, wie in einem Schließfach, und die Bank passt darauf auf. Natürlich stimmt das so nicht: Die Bank verleiht mein Geld, vergibt Kredite, und investiert in verschiedenste Finanzprodukte. 

Manche Kredite und Investitionen sind sehr sinnvoll: Sie ermöglichen Menschen, ein Eigenheim zu bauen oder sich selbstständig zu machen. Andere dagegen sind sehr spekulativ, dritte wiederum aus moralischer oder nachhaltiger Sicht verwerflich.

Dazu gehören zum Beispiel Lebensmittelspekulationen. Durch die Beteiligung an Rohstoff- und Agrarfonds schwanken die Preise für Lebensmittel stark und können sich phasenweise verdoppeln. Gerade bei den Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mais und Getreide ist das katastrophal: Sind sie zu teuer, werden sie für viele Menschen unerschwinglich – die Folge ist Hunger. Einige Banken haben diese Praxis daher beendet; die Deutsche Bank hält weiter daran fest.

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Eine Nachhaltigkeitsstrategie und mehr oder weniger ambitionierte Ziele sind heute auch im Bankengeschäft Standard. Dennoch investieren noch immer viele Banken in Rüstungsunternehmen oder in Konzerne, die für die Verletzung von Menschenrechten bekannt sind – etwa durch Kinderarbeit, Diskriminierung oder Ausbeutung. In Bezug auf Klima- und Umweltschutz ist die Förderung von Kohlestrom sowie industrieller Tierhaltung sehr bedenklich.

Wer diese Praxis nicht unterstützen möchte, kann dies klar zum Ausdruck bringen: Über die NGO urgewalt ist es ganz einfach, eine Mail an die eigene Hausbank zu schicken und diese Investitionen zu kritisieren. Hier geht es zur Mailvorlage.

Die Alternative (oder der zweite Schritt) ist der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank.

Was ist eine nachhaltige Bank?

Das ist, wie so oft, nicht genau definiert. Es gibt diverse Rankings (z.B. des FairFinanceGuides), die helfen können, die eigene Bank und ihre Geschäfte besser einzuschätzen.

Denn tatsächlich ist es schwierig, zu einer eigenen fundierten Einschätzung zu kommen: Die Nachhaltigkeitsberichte der Banken sind wenig konkret und damit sehr intransparent (die Stiftung Warentest hat sie sich genauer angesehen)

Während Großbanken häufiger mit schlechter Presse zu kämpfen haben, profitieren die Volks- und Raiffeisenbanken durch ihr lokales Engagement von einem guten Ruf. Über ihre Zentralbank, die DZ Bank, finanzieren sie jedoch weiterhin Waffenkonzerne – nachhaltig ist das nicht.

Kirchliche Banken wie die Pax-Bank oder die Evangelische Bank haben immerhin relativ strenge soziale Kriterien: Mit Unternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen oder Waffen produzieren, wird nicht gearbeitet; auch Lebensmittelspekulationen sind ausgeschlossen. 

Anders sieht es bei ökologischer Nachhaltigkeit aus: Erdöl und Kohle sind bei fast allen kirchlichen Banken zu gewissen Konditionen vertretbar, industrielle Tierhaltung ist für die Finanzinstitute kein Problem.

Es gibt jedoch auch Banken, die tatsächlich sozial und ökologisch nachhaltig agieren: Dazu gehören die GLS Bank, die Triodos Bank, die Umweltbank und die EthikBank.

Diese Institute schließen in einem ersten Schritt Unternehmen und Projekte aus, die sich mit oben genannten Geschäftsfeldern beschäftigen; darüber hinaus sind auch Atomkraft, Gentechnik und Korruption Ausschlusskriterien. In einem zweiten Schritt werden die Positivkriterien überprüft: Fördert das Projekt den sozialen und ökologischen Fortschritt der Gesellschaft? Darüber hinaus arbeiten selbstverständlich auch nachhaltige Banken auf einer soliden ökonomischen Grundlage und müssen sich wie jede andere Bank an alle gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien halten – dein Geld ist dort also genauso sicher wie bei der bisherigen Hausbank.

Vier nachhaltige Banken im Überblick

1. GLS Bank

Die GLS Bank wurde bereits 1974 gegründet; sie ist die älteste und mit mehr als 420.000 KundInnen (sowie 65.000 Mitgliedern) größte nachhaltige Bank in Deutschland. Jährlich werden mehr als 11.000 Projekte aus den Bereichen Bildung & Kultur, regenerative Energien, Ernährung, nachhaltige Wirtschaft, Wohnen und Soziales & Gesundheit finanziert. KundInnen können bei der Einrichtung des Kontos selbst angeben, in welchem dieser Bereiche sie ihr Geld gezielt investieren möchten. 

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Die GLS Bank punktet nicht nur im Bereich Nachhaltigkeit, sondern auch in Sachen Transparenz (beispielsweise werden in der Kundenzeitschrift alle vergebenen Kredite aufgelistet) und Kundenzufriedenheit: Sie wurde im Jahr 2020 – zum zehnten Mal in Folge – zur “Bank des Jahres” gewählt. Über die verschiedenen Konten und Finanzprodukte kannst dich nicht nur online und telefonisch, sondern auch in einer der Filialen in Bochum (Zentrale), Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Freiburg oder München beraten lassen.

Dass die GLS Bank das Thema Nachhaltigkeit wirklich lebt, wird an den verschiedensten Stellen deutlich, etwa durch ihre aktive Beteiligung an der Fridays-for-Future-Bewegung.  

Konditionen: KundInnen können an jeder Volks- und Raiffeisenbank kostenfrei Geld abheben. Die Kontoführungsgebühren des Girokontos betragen 3,80€ (das “Junge Konto” bis 27 ist kostenfrei). Aufgrund der Niedrigzinspolitik zahlt zudem jeder Kunde einen Beitrag von 5€ monatlich (bis 27 Jahre nur 1€); dieser fällt pro Person an, unabhängig von der Zahl der Konten.

2. EthikBank

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Die EthikBank ist eine Tochterfirma der thüringischen Volksbank Eisenberg und hat mehr als 22.000 KundInnen. Sie investiert in soziale und ökologische Projekte der eigenen KundInnen, in die Unternehmen des Natur-Aktien-Index (NAI) und des Global Challenges Index (GCX) sowie in weitere Aktienunternehmen, sofern diese nicht durch ihre Negativkriterienliste ausgeschlossen sind.

Darüberhinaus unterstützt die EthikBank je ein Frauen-, Umwelt- und Ethikprojekt aus eigenen Mitteln. 

Als “Gläserne Bank” strebt die EthikBank größtmögliche Transparenz an. Besondere Angebote sind das Mikrokonto für Insolvenzschuldner, die aufgrund ihres Schufa-Eintrages kein Konto bei einer anderen Bank erhalten würden, sowie der Ökokredit, der als Sofortkredit innerhalb von 24 Stunden zugesagt werden kann, um umweltfreundliche Projekte voranzutreiben. 

Konditionen: Das Girokonto kostet im ersten Jahr 2 EUR im Monat, anschließend 8,50 EUR monatlich. Die Kontoführungsgebühren für junge Erwachsene bis 23 Jahre betragen 2 EUR monatlich. Bargeld kann bei allen Automaten der Volks- und Raiffeisenbanken kostenfrei abgehoben werden.

3. Triodos Bank

Die Triodos Bank ist eine 1980 gegründete, niederländische Bank, die in mehreren europäischen Ländern vertreten ist. In Deutschland besteht die Niederlassung seit 2009. Hierzulande gibt es ca. 22.000 KundInnen, europweit werden mehr als 700.000 Kundenkonten betreut. Das macht die Triodos Bank zur größten nachhaltigen Bank in Europa.

Das angelegte Geld fließt in Projekte aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Soziales und Bildung, sowie kirchlich-karitative Einrichtungen. Sie werden transparent auf der Webseite aufgelistet.

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2016 wurde die Triodos Bank zur besten Geschäftskundenbank gekürt, auf dem Bewertungsportal BankingCheck erhielt sie bereits zwei Mal den Titel “Nachhaltige Bank des Jahres”. 

Konditionen: Das Girokonto kostet 5,50 EUR im Monat. Geldabheben mit der Girocard ist am Automaten gebührenpflichtig, aber es ist in vielen Geschäften (wie dm, tegut oder REWE) möglich, kostenfrei bis zu 200 EUR abzuheben (ab einem Einkaufswert von 10 EUR). Alternativ kannst du Geld per Kreditkarte abheben: Das ist an allen Geldautomaten, die Mastercard akzeptieren, kostenfrei.

4. Umweltbank

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Die UmweltBank wurde 1997 gegründet und hat mittlerweile mehr als 116.000 KundInnen. Sie legt einen klaren Fokus auf Umweltschutz und bekräftigt diesen Anspruch mit der “Umweltgarantie“: Jeder investierte Euro fließt ausschließlich in nachhaltige Projekte. Gefördert werden daher Solaranlagen und Windparks, Bio-Landwirtschaft und nachhaltige Tierhaltung, aber auch ökologische und energieeffiziente Wohnprojekte.

Die UmweltBank hat ihren Sitz in Nürnberg. Sie hat in den letzten Jahren mehre Auszeichnungen für ihr Engagement erhalten, darunter den Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung. Bei der Online-Kundenbefragung zur “Bank des Jahres” schnitt die UmweltBank mit “sehr gut” ab. 

Konditionen: Die Umweltbank bietet kein Girokonto an. Das Tagesgeldkonto ist bis zu einem Anlagebetrag von 200.000 EUR kostenfrei.