[Gastbeitrag] Es ist Kastanienzeit! Die herbstliche Bescherung eignet sich nicht nur wunderbar zum Sammeln und Basteln, sondern tatsächlich auch zum Wäschewaschen. Das ist nicht nur deutlich günstiger (wir brauchen nur etwas Backofenwärme dafür), sondern auch umweltfreundlicher: Während herkömmliches Waschmittel häufig die Umwelt belastet, sind Kastanien problemlos biologisch abbaubar.  Nun aber ganz konkret: Wie funktioniert das Wäschewaschen? Meine gute Freundin Doro hat hierzu eine wunderbare Anleitung geschrieben und berichtet von ihren Erfahrungen in diesem Gastbeitrag.

EINS. Warum mit Kastanien waschen?

Fast schon unglaublich, dass etwas so einfach, günstig, hautfreundlich, regional, bio und umweltschonend zugleich sein kann: Waschmittel aus Kastanien herzustellen.

Unser Kastanienbaum steht direkt vor der Haustür. Somit eliminieren sich sämtliche Transportwege im Aus- und Inland. Gerade jetzt im Herbst lieben es unsere Kinder, die glänzenden „Handschmeichler“ zu sammeln. Sie basteln, kleben, genießen ein Kastanienbad, verschenken sie, …

Warum denn nicht selbst davon profitieren? Und für mich dauert die Fahrt zum nächsten Drogeriemarkt definitiv länger als die Herstellung des Waschmittels.

Kurzanleitung:

1. Granulat zur Aufbewahrung:

  • Kastanien sammeln (lassen)
  • mit einem leistungsstarken Mixer zerkleinern
  • trocknen lassen (dünn geschichtet im Backofen oder an der Luft)

2. Waschlösung für einmal Waschen:

  • 40g (3-4 EL) Granulat mit 300ml warmem Wasser ansetzen
  • mindestens 30 Minuten ziehen lassen
  • über ein feines Sieb ins Waschmittelfach gießen

Was mich begeistert ist, dass die Wäsche nicht riecht. Auch nicht nach Waschpulver 😉

Für meine empfindliche Haut ist es ebenfalls wertvoll. Außer den herausgelösten Saponinen sind keine weiteren Inhaltsstoffe vorhanden – also auch kein Mikroplastik oder chemische Zusätze wie es häufig der Fall ist.

Zur Herstellung des Waschmittels verwenden wir die glänzenden Kastanien, denn diese sind frischer und somit weicher. Der Thermomix wird auf Stufe 7 gestartet und die Kastanien durch den Deckel ins laufende Messer fallen gelassen. Nach wenigen Sekunden kann alles dünn auf Backblechen verteilt werden und auf/in dem Kaminofen oder bei ~50°C  Umluft im Backofen getrocknet werden.

An der Luft geht auch, hier sollte es sehr dünn geschichtet sein und ab und an gewendet werden, um Schimmel zu vermeiden. Ist alles gut getrocknet, einfach in luftdichten Behältern aufbewahren.

ZWEI. Wofür kann ich das Kastanien-Waschmittel verwenden?

Wir waschen sowohl 40°C- als auch 60°C-Wäsche damit. Nur mit weißen Kleidungsstücken bin ich vorsichtig, denn diese können eventuell einen Grauschimmer bekommen. Um dem vorzubeugen, kann man etwas Essig ins Weichspülfach geben. Das tut auch der Waschmaschine gut und macht die Wäsche weicher. Starke Flecken sollten wie gewohnt vorbehandelt werden.

Das abgesiebte Granulat lässt sich übrigens mehrfach verwenden, wobei sich die Ziehzeit für die Lösung stets verlängert. Wir haben lieber unseren Vorrat vergrößert und entsorgen die Überreste bequem auf dem Kompost.

Gerne möchte ich dich dazu ermutigen, es einfach auszuprobieren. Es ist nicht kompliziert und definitiv einen Versuch wert!

Übrigens ist das Kastanienwaschmittel auch ein tolles – weil nützliches – selbstgemachtes Geschenk! 

Fazit: Kastanienwaschmittel

Einfach, schnell, vegan, umweltfreundlich, hautfreundlich, verpackungsfrei, günstig, effektiv, … es gibt so viele Vorzüge, dass es sich definitiv lohnt, das Ganze einmal auszuprobieren. 

Ganz herzlichen Dank, liebe Doro, für deinen wertvollen Beitrag! 

Hast du schon mal mit Kastanien gewaschen? Hat es funktioniert? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Wir freuen uns auf deine Rückmeldungen, hier im Blog, auf facebook oder instagram.