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Das Pareto-Prinzip besagt: Mit 20% des Gesamtaufwandes kann ich 80% der Wirkung erzielen. Ich muss nur die richtigen Hebel bedienen. Was bedeutet das beim Thema Nachhaltigkeit? Mit welchen Stellschrauben kann ich tatsächlich etwas bewirken – ohne meinen Alltag komplett umstellen zu  müssen? Hier findest du die effektivsten Handlungen für ganz viel Klimaschutz.

Der Klimawandel geht uns alle an, und der Regenwald soll auch nicht meinetwegen sterben. Immer mehr Menschen denken so und achten im Alltag auf Nachhaltigkeit. Nur: Was bewirkt wirklich etwas? Und ist das nicht anstrengend?

Nicht wirklich – wenn wir nicht versuchen, möglichst viele Gewohnheiten von heute auf morgen “auf nachhaltig” umzustellen, sondern lieber die effektivsten Schalthebel bedienen. Man könnte auch sagen: Nachhaltigkeit nach der 80/20-Regel oder auch: nach dem Pareto-Prinzip.

Das besagt, dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erzielt werden können. Andersherum braucht man für die letzten 20% – also um “perfekt” nachhaltig zu leben – 80% der Arbeit.

Am besten lässt sich das anwenden, wenn wir uns in Punkto Nachhaltigkeit auf die CO2e-Emissionen konzentrieren (CO2e bedeutet CO2-Äquivalente, schließt also auch andere Treibhausgase ein). Davon verursacht momentan jede/r Deutsche rund 11 Tonnen im Jahr.

Welcher Lebensbereich ist wie klimaschädlich?
Die Studien dazu kommen nicht immer zu den gleichen Ergebnissen, weil man bei vielen Aspekten darüber diskutieren kann, in welche Kategorie sie einzuordnen sind: Gehören Busse zur “öffentlichen Infrastruktur” oder in den Bereich “Mobilität”?
In vielen Bereichen ist es auch schwierig, an genaue Daten zu kommen: Denn unsere Lebensmittel und Konsumartikel werden in der ganzen Welt hergestellt, transportiert und verpackt. Und auch die Entsorgung ist wieder ein Thema für sich.

Dennoch: Betrachten wir all die Dinge, die private KonsumentInnen selbst bezahlen, stimmen alle Studien in drei Big Points überein, die zusammengenommen 70-80 Prozent der Umweltbelastung verursachen. Es geht stets um Ernährung, Bauen & Wohnen sowie Mobilität.

Was ist eine nachhaltige Ernährung?

Der wichtigste Aspekt ist: Ernähre dich möglichst pflanzlich.
Der Konsum tierischer Produkte (vor allem von Fleisch und Milch) verursacht mit großem Abstand am meisten Treibhausgasemissionen in diesem Bereich. Dabei geht es nicht nur um CO2: In der Tierhaltung fällt auch viel Methan an – ein Treibhausgas, das etwa 25 Mal so klimaschädlich ist wie CO2.

Außerdem ist die Energieverwertung sehr schlecht: Für jede tierische Kalorie müssen zunächst (durchschnittlich) 7 pflanzliche Kalorien hergestellt werden. In anderen Worten: Die gleiche Agrarfläche, die 70 Menschen mit pflanzlicher Nahrung sättigt, kann lediglich 10 Menschen mit tierischer Nahrung versorgen.

(Falls diese Menschen Rindfleisch essen wollen, unter Umständen sogar nur vier. Wollen dagegen alle 70 Menschen Rindfleisch essen, muss die Agrarfläche mehr als 17 Mal so groß sein). 

Bio-Produkte zu kaufen hat ebenfalls eine große positive Wirkung: Zum einen auf die CO2e-Emissionen, zum anderen trägt es aber es auch dazu bei, die Qualität von Wasser und Böden zu erhalten. Die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen kann ebenfalls durch zertifizierte Bio-Produkte wirkungsvoll geschützt werden.

Um das Klima zu retten, kommt schließlich noch der Aspekt “saisonal und regional” ins Spiel: Flugware hat die schlechteste CO2-Bilanz, da sie per Flieger zu uns nach Europa kommt.

Diese drei Aspekte – in dieser Reihenfolge! – haben den größten Einfluss darauf, wie groß unser ökologischer Fußabdruck tatsächlich ist. Wir hören und lesen oft “Empfehlungen” wie zum Beispiel: Iss keine Erdbeeren im Winter. Das ist natürlich richtig, hat aber deutlich weniger Einfluss als viele andere Aspekte: Zum einen, weil es sich auf lediglich ein einziges Lebensmittel bezieht, zum anderen, weil Regionalität “nur” an dritter Stelle der klimawirksamen Handlungen steht.

Bevor ich im Dezember also stundenlang nach einem Rezept suche, das ausschließlich aus saisonal verfügbaren Zutaten besteht, ist es deutlich sinnvoller, mir ein gutes veganes Rezept rauszusuchen.

Mehr zu diesen Aspekten findest du in den Beiträgen Rettet Veganismus die Welt?, Warum Bio kaufen? und Saisonal einkaufen & das Klima schützen.

Wie kann ich nachhaltig wohnen?

Zum Bereich Wohnen gehören vor allem zwei Aspekte: Heizen und Stromverbrauch. 

Im eher kalten Deutschland verursacht die Heizenergie sehr viel CO2. Die meisten Menschen nutzen noch immer die fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas. Wie polarstern ausgerechnet hat, verursacht eine 120qm-Wohnung ca. 3,7t CO2 (bei einer Gasheizung) und sogar 4,7t (bei einer Ölheizung) pro Winter! 

Die wirkungsvollste Maßnahme im Bereich Wohnen ist also die Nutzung von Holz, Biogas und -methan. Diese Energieträger gelten als klimaneutral, da sie lediglich jene Treibhausgase freisetzen, die die Bäume und Pflanzen vorher gebunden haben. 

Je nach vorhandener Heizung ist es sehr einfach, auf einen anderen Energieträger umzustellen. 

Nicht nur der Energieträger hat einen Einfluss auf die CO2e-Bilanz: Auch die Wohnfläche, auf der wir leben und die beheizt werden muss, sowie der Grad der Dämmung sind entscheidend. 

Wer zur Miete wohnt, hat auf die genannten Punkte wenig Einfluss. Die Wahl des Stromanbieters ist jedoch jedem selbst überlassen und gehört ebenfalls zu den Big Points, die einen großen Einfluss haben. Insgesamt verursacht der deutsche Stromverbrauch (der privaten Haushalte sowie der Industrie) rund 27 Prozent der CO2-Emissionen hierzulande. 

Mehr zu diesen Aspekten findest du im Beitrag Umsteigen auf Ökostrom.

Was ist eine nachhaltige Mobilität?

Der Verkehrssektor ist, gesamtgesellschaftlich gesehen, noch eine der größten Baustellen: Obwohl er in hohem Maße zum CO2e-Ausstoß beiträgt, sind die Emissionen in den letzten 30 Jahren nicht gesunken. Flugzeuge und Autos haben einen hohen Kraftstoffverbrauch und sorgen daher für große Mengen CO2.

Flugzeuge gelten zu recht als Klimakiller schlechthin. Eine Reise in der Economy Class von Stuttgart nach New York und zurück setzt zwei Tonnen CO2 frei – pro Person! Die wirkungsvollste Maßnahme im Bereich der Mobilität ist also der Verzicht auf Flugreisen.

Autos sind aber tatsächlich nicht besser: Denn während Flugzeuge zumindest noch relativ voll besetzt sind, sitzt oft nur eine Person im Auto. Ein mittelalter Benziner verursacht daher pro Person und pro Kilometer fast genauso viel CO2 wie ein Flugzeug (bei einem älteren Auto unter Umständen sogar noch mehr).
Steigt eine zweite Person mit ein, halbieren sich die CO2e-Emissionen pro Kopf. Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen gehören daher Carsharing-Angebote sowie Fahrgemeinschaften.

Gleichzeitig sind bis zu 50% der Autofahrten maximal 5 km lang, rund ein Viertel sogar nicht länger als zwei Kilometer! Das sind Kurzstrecken, die sich oft auch zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Stadtbahn zurücklegen lassen.

2019 legte im Durchschnitt jede/r Deutsche 11.733 Kilometer im Jahr mit dem Auto zurück, das sind rund 32 Kilometer am Tag. Wenn die Kurzstrecken wegfallen, reduziert sich diese Anzahl bereits beachtlich. 

Wer sein Auto nicht für Kurzstrecken nutzt, spart folglich ein knappes Viertel seiner (mobilitätsbedingten) Treibhausgasemissionen ein. Vor allem in Städten ist das Fahrrad sogar häufig die schnellere Option, und dabei ist die Parkplatzsuche noch nicht einmal eingerechnet.

Wie hoch die CO2-Emissionen pro Verkehrsmittel, Streckenlänge und Personenzahl sind, kann man sehr anschaulich bei Quarks ausrechnen. 

Fazit: Effektiver Klimaschutz

Wer wirklich nachhaltig leben möchte, sollte sich auf die folgenden Big Points konzentrieren – es ist der effektivste Weg, das Klima zu schützen:

Ernährung: pflanzlich, bio, regional & saisonal

Wohnen: Biogas, Ökostrom, Dämmung

Mobilität: Verzicht auf Flugreisen, Fahrrad statt Auto für Kurzstrecken, Carsharing + Fahrgemeinschaften

Übrigens: Was das Geld, das auf deinem Bankkonto liegt, verursacht, wird nicht dem privaten Konsum zugerechnet und taucht in dieser Rechnung deshalb nicht auf. Praktisch macht es aber natürlich einen großen Unterschied. Deshalb: Informiere dich hier über Nachhaltige Banken: Mein grünes Konto

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