Fast Fashion ist ein Phänomen der letzten 20 Jahre. Wir haben mehr Kleidung, tragen sie kürzer  und obwohl Shirts und Hosen so günstig geworden sind, geben wir mehr Geld für Klamotten aus. 2014 wurden erstmals mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt – und es werden weiterhin jährlich mehr. Das kann nicht ohne Folgen bleiben.

Definition: Was bedeutet Fast Fashion?

Eine Definition von Fast Fashion ist laut Cambridge Dictionary: „Kleidung, die billig hergestellt und verkauft wird, damit die Kund:innen häufig neue Kleidung kaufen können.“
Eine andere Definition von Fast Fashion geht noch einen Schritt weiter: „Billige Trendmode, die Ideen vom Laufsteg oder aus der Welt der Stars in halsbrecherischer Geschwindigkeit in Modeketten bringt, um immer neue Kundenwünsche zu erfüllen.“

Fast Fashion: Pros und Cons

Die Fabriken produzieren an günstigen Orten, in Bangladesh, Kambodscha oder der Türkei. Aus Sicht der Kund:innen ist ein Fast Fashion Pro, also ein Argument für Fast Fashion, natürlich der unschlagbar günstige Preis – modische Kleidung ist für alle Menschen erschwinglich.

Das ist aber auch das einzige Argument, das dafür spricht: Denn der niedrige Preis kann die Nachteile und Folgen nicht schönreden.

Sowohl die Menschen in Herstellung und Produktion als auch die Umwelt müssen den tatsächlichen Preis für die Billigkleidung zahlen.

Das beginnt mit der Baumwollpflanze, deren Anbau die Wasserknappheit fördert und den Einsatz großer Mengen giftiger Pestizide erfordert, und setzt sich im weiteren Verarbeitungsprozess fort, in dem eine Vielzahl an Chemikalien eingesetzt werden. Viele davon sind krebserregend oder anderweitig gesundheitsschädlich und vergiften die Flüsse in der Nähe der Fabriken.
Ein weiteres Contra-Argument, das vielen nicht klar ist, ist der rund 40.000 km lange Transportweg, den ein T-Shirt durchschnittlich zurücklegt, bis es bei den Verbraucher:innen im Kleiderschrank landet.

Die Folgen von Fast Fashion

Viele Kund:innen kaufen aufgrund der niedrigen Preise gerne mehr, als sie eigentlich brauchen. Um die zwei Milliarden Kleidungsstücke hängen laut einer Greenpeace Studie unbenutzt in den deutschen Kleiderschränken. Neue Trends verstärken die Kauflust, repariert wird immer seltener, Kleidung mutiert zur Wegwerfware.

Die schnell und billig produzierten Kleidungstrend der Fast-Fashion-Industrie sind bewusst kurzlebig hergestellt. Für die Verbraucher:innen ist das kein Problem, Fast Fashion ist schließlich billig.

Teuer kommt das dagegen der Umwelt zu stehen. Die Bekleidungsindustrie ist für 10% der globalen Kohlendioxid-Emissionen zuständig und hat etwa 35% des Mikroplastiks im Meer zu verantworten; denn immer mehr Kleidung wird aus Polyster hergestellt.
Die Kosten tragen aber auch Menschen. Fast Fashion schreckt weder vor Kinderarbeit, noch vor der Ausbeutung und Gesundheitsgefährdung der Textilarbeiter:innen zurück.

Welche Brands produzieren Fast Fashion?

Viele der großen Marken produzieren Fast Fashion. Zara zum Beispiel bringt 24 Kollektionen im Jahr heraus. H&M ist einer der ältesten Fast-Fashion-Giganten, auch GAP, Primark oder TopShop gehören dazu.

  • Mit nachhaltigen Kampagnen wie Recycling-Kampagnen, kleine Öko-Kollektionen oder veganen Angeboten sollten Verbraucher:innen vorsichtig sein. Oftmals ist es nur Greenwashing, denn das größte Problem (die Kurzlebigkeit der Kleidung) wird nicht wirklich angegangen.

    Die großen Marken wissen, dass die Menschen keine neue Kleidung brauchen. Sie „müssen“ daher ständig neue Kollektionen und Trends auf den Markt bringen, damit die Menschen mehr Kleidung kaufen wollen und die Marke gegenüber der Konkurrenz attraktiv bleibt.

Wer aus dem Kreislauf ausbrechen möchte, sollte also besser auf Slow Fashion umsteigen, Öko-Labels zu unterstützen und generell „weniger kaufen, sich gut entscheiden, es lange tragen“, wie die britische Designerin Vivienne Westwood einmal sagte.

Zahlen, Daten, Fakten

– Die Menge der Kleidung, die jährlich produziert wird, hat sich in der Zeit von 2000 bis 2016 verdoppelt – sie liegt nun bei über 100 Milliarden Kleidungsstücken jährlich! Und der Trend setzt sich fort.

– weltweit arbeiten rund 75 Millionen Menschen in der Textilverarbeitung. Dazu kommen die Baumwollproduzent:innen und Angestellte im Einzelhandel. Insgesamt sind es so 300 Millionen Menschen weltweit.

– knapp 75% der weltweiten Kleidung wird in Ländern des Globalen Südens produziert.

– Deutsche kaufen jährlich rund 60 neue Kleidungsstücke. Etwa jedes fünfte davon wird jedoch nie getragen, weitere 20% seltener als alle drei Monate. Insgesamt sind also etwa 40% des Kleiderschranks – 2 Milliarden Textilien – unnötig produziert worden.

– Polyester-Kleidung wird immer beliebter: Etwa 60% unserer Textilien besteht ganz oder teilweise aus Plastik.
Das heißt: Für die Herstellung wird Erdöl verbraucht und beim Waschen lösen sich Mikrofasern, die bereits 30% des Plastikmülls im Meer ausmachen. (Wer Kleidung mit Polyester-Anteil zu Hause hat, kann dies verhindern, indem er/sie mit Guppyfriend wäscht).

– Da mehr Kleidung gekauft wird, fallen auch mehr Altkleider an. Aufgrund der schlechten Qualität, dem Überangebot und weil immer mehr Länder sich gegen die Billigimporte wehren, stellt sich immer mehr die Frage: Wohin mit all dem Müll?