Slow Fashion steht für einen nachhaltigen Konsum von Kleidung. Statt auf billige Preise und schlechtere Qualität der Fast Fashion Mode zu setzen, können Verbraucherinnen und Verbraucher mit Slow Fashion einen echten Unterschied machen. Das muss nicht unbedingt teurer sein: Slow Fashion kann auch bedeuten, Kleidung zu tauschen, zu leihen oder Second Hand zu kaufen.

Definition: Was bedeutet Slow Fashion?

Slow Fashion (langsame Mode) ist das Gegenteil von Fast Fashion (Schneller Mode).

Der Begriff meint eine Modeindustrie, die Konsumenten, Produzenten und die Umwelt respektiert und alle drei angemessen behandelt. Slow Fashion setzt auf zeitloses Design, natürliche oder recycelte Materialien, hohe Qualität und Haltbarkeit, gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne in Produktion und wird oft in Europa gefertigt.

Man könnte auch sagen: Slow Fashion ist so, wie es sein sollte. Der Begriff wird nur deshalb notwendig, weil der weitaus größte Teil der Kleidung heute als Fast Fashion produziert wird: Gab es vor einigen Jahrzehnten noch maximal vier Kollektionen pro Jahr, kommt heute fast jede Woche neue Mode in den Handel. Die Produktion hat sich zu „schneller und günstiger“ verändert, einhergehend mit niedrigen Löhnen, gefährlichen Arbeitsbedingungen und ökologisch katastrophalen Auswirkungen durch die Herstellung.

Slow Fashion: Ist das sehr teuer?

„Kann ich mir einfach nicht leisten“, ist wahrscheinlich das häufigste Argument, mit dem sich Konsument:innen gegen Slow Fashion aussprechen. Und ja, ein fair produziertes T-Shirt mit biologischer Baumwolle kostet mehr als ein durchschnittliches Fast-Fashion-T-Shirt.

Nur: Ein Kleidungsstück herzustellen hat nun mal seinen Preis. Wenn nicht ich, als Konsumentin, ihn bezahle, zahlt ihn die Näherin durch viel zu geringe Löhne, oder die Umwelt (und damit letztlich wir alle). 

Zudem gilt auch und gerade bei Fast Fashion: Wer günstig kauft, kauft zwei Mal.
Slow Fashion setzt dagegen auf gute Qualität und will langlebige Mode erzeugen. Es muss weniger gekauft werden, wodurch sich der Preis relativiert.

Wer knapp bei Kasse ist, kann Slow-Fashion-Labels auch Second Hand kaufen. Kleidung zu tauschen oder zu leihen ist ebenfalls eine kostengünstige Möglichkeit.

Mehr zu diesem Thema kannst du auch hier nachlesen: Kleidung nachhaltig kaufen und nutzen.

Slow Fashion: Sieht das nicht öko aus?

Die Ausrede, Slow Fashion wäre nicht modisch oder hip genug, zählt nicht mehr. Viele kleine Modelabels produzieren faire Mode, die genauso stylish, aber zeitloser als Fast Fashion ist. Im Design lässt sich kein Unterschied erkennen. Slow Fashion findest du übrigens bei immer mehr Einzelhändlern oder im Internet. Tipps dazu gibt es auf Faire Kleidung: Die besten Marken.

Slow Fashion: Woran erkenne ich faire Mode?

Zahlreiche Siegel helfen dir, Slow Fashion und Faire Mode auf einen Blick zu erkennen.

Das Global-Organic-Textile-Siegel GOTS ist ein Siegel, das für strenge ökologische und soziale Kriterien steht. Für Kleidung, die nachhaltig und sozial in Europa hergestellt wird, gibt es das Naturtextil-IVN-zertifiziert-BEST-Siegel mit den strengsten Richtlinien vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN). Die Fair Wear Foundation (FWF) achtet auf faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette.

Mehr dazu findest du unter Wie gut ist GOTS?