Minimalismus ist im Trend: Viele Menschen misten die eigene Wohnung aus und überlegen neu, welche Dinge sie wirklich gerne um sich haben möchten. Nur: Wohin mit all dem, was wir nicht mehr haben möchten? Vieles davon ist viel zu schade für die Restmülltonne. Im diesem Beitrag findest du Tipps, wie du Möbel, Spielzeug/Büroartikel und Lebensmittel sinnvoll weitergeben kannst.

Du hast den ersten Beitrag zum Thema verpasst? In Teil 1 (Die Wohnung ausmisten: Müll vermeiden) geht es um Kleidung, Bücher und Elektrogeräte.

VIER. Möbel: Regale und Schränke entsorgen.

Wer erfolgreich aussortiert hat, hat früher oder später das ein oder andere Möbelstück übrig. Wohin also mit Regalen, Schränken oder anderen Möbelstücken, die man nicht mehr braucht?

Kleinanzeigen: Die bekannteste Plattform ist ebay kleinanzeigen: Nutzer:innen – egal ob privat oder gewerblich – können kostenfrei bis zu 50 Anzeigen pro Monat einstellen; falls du mehr zu verkaufen hast, kostet eine Anzeige 95 Cent. Wer eine kleine Beschreibung schreibt, alle Mängel korrekt angibt und idealerweise mehr als ein Foto schießt, hat gute Chancen, seine Möbel hier verkaufen zu können.  
Alternative Plattformen wie Quoka können auch zum Erfolg verhelfen.

Spenden: Gut erhaltene Möbel sind für Sozialkaufhäuser interessant. Oft werden die Stücke von der Einrichtung selbst abgeholt. Auch andere soziale Einrichtungen könnten interessiert sein – vielleicht würde sich das lokale Jugendhaus über das alte Sofa sehr freuen.

Facebook: Auf facebook gibt es diverse Gruppen, bei denen Möbel eingestellt werden können, wenn sie verschenkt werden sollen. Dazu gehört der “Fairteiler [deine Stadt]” oder ein lokaler “Verschenkemarkt”. Eine alternative Plattform ist nebenan.de, die sich grundsätzlich nur an deine Nachbarschaft richtet.

Upcycling: Viele Möbelstücke können noch einmal aufgewertet werden und/oder einen anderen Verwendungszweck erhalten. Kreative Ideen und Anleitungen gibt es im Internet viele, etwa auf der Seite Hand im Glück oder DIY Academy.

Möbelhäuser: Wenn dein altes Möbelstück nicht mehr nutzbar ist, hilft nur noch die fachgerechte Entsorgung, meist als Sperrmüll. Solltest du dir gleich einen Ersatz anschaffen wollen oder müssen, kannst du bei deinem Möbelhaus nachfragen: Manche Anbieter nehmen alte Möbel mit, wenn sie die neuen anliefern.

FÜNF. Spielzeug, Bastelsachen und Büroartikel aussortieren

Vielleicht hast du einen Schreibtisch, der vor Unikram oder Home-Office-Tätigkeiten aus allen Nähten platzt? Oder du hast Kinder, deren Interesse an vielen Spielzeug nur eine sehr kurze Halbwertszeit hat? Dann wird es Zeit, auszusortieren:

Stifte stiften: Stifte, Radiergummis, Spitzer, Scheren, Hefte und sogar Schulranzen können an https://www.stifte-stiften.de/ geschickt werden. Das Projekt wird von der 1-2-3 Kinderfonds Stiftung organisiert: Sie sammelt die Spenden und schickt sie an Kinder in Afrika weiter, um ihren Schulbesuch zu unterstützen. 

Kindergarten: Papier, Stifte, Scheren und viele weiteren Bastelsachen können oft auch an Kindergärten gespendet werden: Einfach bei der nächsten Einrichtung nachfragen. 

SOS-Kinderdörfer: Ein möglicher Abnahme für nicht mehr bespieltes Spielzeug sind SOS-Kinderdörfer: Einzige Ausnahme sind Stofftiere, da deren fachgerechte Reinigung zu aufwändig wäre – wenn sich für die Plüschtiere kein anderer Abnehmer finden sollte, können diese über die Altkleidercontainer entsorgt werden.

Mamikreisel: Die Plattform funktioniert genau wie kleiderkreisel.de und bietet dir die Möglichkeit, Kinderkleidung, Spielzeug, aber auch Babyausstattung (Kinderwagen, Autositz, etc.) weiterzuverkaufen.

SECHS. Lebensmittel retten und spenden

Warum stehen Lebensmittel in dieser Liste? Ganz einfach: Weil jährlich rund 12 Millionen Tonnen Essen weggeworfen werden – allein in Deutschland. Jede Privatperson entsorgt im Schnitt 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr. Das ist nicht nur eine unglaubliche Verschwendung von Ressourcen und Energie, sondern geht auch ganz schön ins Geld: Im Durchschnitt wirft jede/r von uns Lebensmittel im Wert von 230 Euro weg. 

Um diesen Anteil zu reduzieren, hilft es, den Einkauf gut zu planen, die eigenen Vorräte im Blick zu behalten und die Lebensmittel richtig zu lagern. Manchmal bleibt dennoch etwas übrig: Frisches Gemüse, das man vor dem Urlaub nicht mehr aufbrauchen kann, oder die Konservendose, die offensichtlich ein Fehlkauf war und schon seit langem im Schrank steht. Alles, was noch nicht verdorben ist, kann hier weitergegeben werden:

Foodsharing: Foodsharing ist eine Community, die Essen rettet: Freiwillige holen Lebensmittel von Cafés, Restaurants und Supermärkten ab und verschenken diese weiter, meist über öffentliche Fairteiler. Aber auch Privatpersonen können jederzeit einen “Essenskorb” auf der Webseite eintragen und kleine und große Mengen an Lebensmitteln verschenken

Extra-Tipp: Foodsharing ist 2011 bei den Dreharbeiten zum Film “Taste the Waste“* entstanden. Die sehenswerte Doku bereitet auf, wie unglaublich viele Lebensmittel weggeworfen werden – aus banalen Gründen. Ein sehr sehenswerter Film!

TooGoodToGo: Die App hilft dir zwar nicht, deine Lebensmittelvorräte zu verkleinern, aber Essen zu retten, das sonst an einer anderen Stelle der Verwertungskette im Müll gelandet wäre. Supermärkte und Restaurants stellen selbst ein, welche Lebensmittel sie in welcher Menge abgeben, weil diese sich dem Ende der Haltbarkeit nähern. Das Essen ist nicht komplett umsonst, aber deutlich günstiger als die regulären Preise. 

Fazit: Alles, nur nicht Restmüll

Viele Dinge, die wir besitzen, haben ein zweites Leben verdient: Oft können wir sie verkaufen, spenden oder recyceln. Das schont unseren ökologischen Fußabdruck und macht ganz oft noch andere Menschen glücklich. 

Wenn du künftig weniger konsumieren möchtest, kannst du hier sechs Tipps für einen ökologischeren Konsum abholen: Kleidung nachhaltig kaufen und nutzen.

Du hast den ersten Beitrag zum Thema verpasst? In Teil 1 (Die Wohnung ausmisten: Müll vermeiden) geht es um Kleidung, Bücher und Elektrogeräte.